23
Mrz
11

Die abstrakten Glasreihen

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Gabriela Seglias).

Glasreihen: Abstrakter werden

Am Anfang stand mein Entschluss, mich mehr zu trauen. Ich wollte mir vermehrt einen Ruck geben und Dinge tun, die mir unangenehm waren, mich beunruhigten, für andere dagegen vermutlich ein Klacks waren. Und so verfasste ich beispielsweise hier hin und wieder einen Blogpost, meldete mich bei der LeserInnen Aktion der annabelle und reichte ein Foto auf http://fokussiert.com/bildkritiken/ zur Bildkritik ein. Ich wählte die Kategorie „Abstrakt“, offen gesagt, weil ich keine passendere gefunden hatte, und harrte der harrschen Kritik, die da nun kommen würde.

In den Monaten des Wartens, ich rechnete nicht wirklich damit, dass meine Fotografie zur Besprechung ausgewählt würde, las ich mit grossem Interesse die täglichen Foto-Kritiken. Die Seite ist sehr interessant und lehrreich, und ich habe viele wunderschöne Fotos gesehen.

Heute war es nun so weit, meine Fotografie wurde kritisiert, und es hat gar nicht weh getan. Die Überwindung hat sich gelohnt. Vielen Dank Stuart Schwartz!

23
Nov
10

Open Education – Das Ende der Hochschulen?

Es war ein fulminanter Auftritt, den Andreas von Gunten am letzten Netzzunft-Abend vom 17.11.2010 aufs Parkett legte. Mit seiner ganzen Leidenschaft hielt er ein Plädoyer für Open Education: Die von Humboldt geforderte freie Bildung und freie Forschung haben wir noch nicht erreicht, meint er. Die Hochschulen und Universitäten sind überfordert und reagieren mit Bürokratie sowie erhöhten Zugangsbeschränkungen. Dabei liegt gemäss Andreas von Gunten die Lösung auf der Hand: Das Internet wird alles verändern, und zwar radikal. Es ermöglich das Lernen miteinander und im Austausch, ohne dass notwendigerweise alle physisch am gleichen Ort sein müssen. Mit dem Internet haben wir endlich die Möglichkeiten, das humboldtsche Ideal Wirklichkeit werden zu lassen.

Basierend auf der Cape Town Open Education Declaration und der Berlin Declaration on Open Access in the Sciences and Humanities kommt Andreas von Gunten zum Schluss, Hochschulen könnten einiges sofort tun:

  • Veröffentlichung aller Vorlesungen, Seminare und anderer Veranstaltungen im Internet
  • Verpflichtung zur Veröffentlichung aller Forschungsresultate, inkl. Rohdaten im Internet zur freien Nutzung
  • Abschaffung aller Zulassungsbeschränkungen zu den Inhalten und Lehrgängen
  • Abschaffung aller Zulassungsbeschränkungen zu den Examen, Diplomprüfungen, usw. (keine Präsenzpflicht)

Nicht weniger enthusiastisch war Peter Köppel’s Replik. Glaubenssätze, meint er, seien die Grundlage für Andreas von Gunten’s Überzeugungen, wie beispielsweise die grosszügige Annahme, alle Intelligenzen seien ziemlich gleich. Vier Aspekte fand er besonders wichtig:

  1. Zum Lernen ist es manchmal wichtig, dass man zum Lerngegenstand, also zum Thema, die richtige Einstellung findet – vermittelt durch einen guten Lehrer (oder vereitelt durch einen schlechten)
  2. Zum Lernen gehört auch der Drill. Es reicht nicht, dass einem theoretisch alle Informationen zur Verfügung stehen. Man muss manchmal Zeugs lernen, das einem stinkt. Es braucht Disziplin, und diese zu lernen, dazu braucht es Erziehung.
  3. Das Internet ist für die Forschung nicht das Alleinseeligmachende, sondern einfach nur eine weitere Umweltbedingung. Während bei der Interdisziplinarität jede Disziplin „Herr im eigenen Haus“ ist, gibt es bei der Transdisziplinarität keine „Herren im Haus“ mehr. Daraus resultiert eine viel komplexere Welt.
  4. Twitter ist 140 Zeichen ohne Kontext. Was aber, wenn wir lernen, ohne dass uns jemand den Kontext liefert?

Mit dem Internet, so seine Schlussfolgerung, steigt also die Komplexität, die Qualität dagegen sinkt.

Eine sehr lebendige Diskussion folgte auf diese zwei gegensätzlichen Standpunkte, von der ich (wegen fehlender Stenokenntnisse) leider nur Fragmente wiedergeben kann.

Zunächst wurde mit dem Mythos Linux aufgeräumt, mit dem Hinweis, dass viele Gruppen vom Basar-Modell zum Kathedralen-Modell gewechselt hätten, also zu geschlossenen Gruppen wurden. Einige fanden, mit das Wertvollste während des eigenen Studiums sei der Austausch mit den anderen Studierenden gewesen, und bezweifelten, dass dies beim Austausch im Web genau so möglich wäre, ebensowenig wie das Erlernen von den als sehr wichtig erachteten sozialen Kompetenzen. Ein weiterer Punkt war das Geld. Wie soll das bezahlt werden? Werden am Ende anstelle der fehlenden Matura die fehlenden Finanzen zur Zugangsbeschränkung.

Räumlichkeiten und Infrastruktur wurden uns an diesem Netzzunft-Abend übrigens vom SIB kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Lehrgänge des SIB stehen allen offen, eine Matura ist keine Voraussetzung😉

Die Folien von Andreas von Gunten’s Vortrag: https://docs.google.com/present/view?id=dfjjsn7t_2150dcwfm8r9

30
Aug
10

Twallfahrt – Mit Abt Martin und Twitterern besinnlich nach Einsiedeln

Für alle, die den Bericht über die Twallfahrt in der Tagesschau von SF 1 am Sonntag 29.8. verpasst haben, und mich gerne sehen möchten😉

Bericht in der Tagesschau von SF1 vom 29.8.2010 über die Twallfahrt

Weitere Links hat @dhaitz_ch auf seinem Blog zusammengefasst.

02
Jul
10

Von Twitter ins reale Drachenboot am ZüriFäscht

Für ihn als Basler sei ZüriFäscht ein absolut grausames Wort. Dennoch schritt Dominik, @dhaitz_ch, von der Idee zur Tat und machte in Twitter und über seinen Blog einen Aufruf, mit Twitterern am Drachenbootrennen vom ZüriFäscht teilzunehmen. Drei Tage später steuerte David (@dworni) bereits das Logo bei und die TeilnehmerInnen meldeten sich begeistert. Im Juni wurde es dann spannend. Schon bald hatten wir erste Sponsoren. DayDeal als erster Sponsor rüstet uns mit T-Shirts aus, entsprechend grün werden die twittboats bestückt sein. Als nächstes konnte ich Peter (@BildungsBlogger) und damit das SIB, die Schweizer Kaderschmiede gewinnen, das Startgeld für eines der zwei Boote zu übernehmen, und wenige Tage später kam Nine Internet Solutions AG als Finanzgeberin dazu.   

AN5E7840 von x-foto.ch

(c) x-foto.ch

 

Am 14. Juni trafen wir uns dann (fast) alle zum ersten Mal, um beim ersten und letzten Training ein Gefühl für die Paddlerei zu erhalten. Abgesehen von der sehr professionellen Anleitung und Einführung durch die Veranstalter und die Freude, endlich die MitpaddlerInnen kennenzulernen, haben mich die Fotografen Michael (@Schnitzel86) und Marcel (@theswiss) ganz besonders beeindruckt. Was für ein Bild, wie die Zwei im eigens für dieses Training gemieteten Boot wie Paparazzi um die zwei Twittboats kurvten und supertolle Fotos schossen.   

Zwei Tage nach dem Training stand fest: Für unser leibliches Wohl werden @shibby mit @schnellnicole (Kochen mit Shibby) und@RahelRadisli mit ihren Sweet Temptations besorgt sein. Auch der Durststiller nach dem Rennen ist durch Amboss Bier gesichert – und mit ihrem kultigen Käppi werden wir auch den dringend nötigen Sonnenschutz haben.   

Mittlerweile hatte Michael ein Teleobjektiv ins Auge gefasst, das zu mieten nicht ganz ohne ist. Ein weiterer Aufruf über Twitter blieb auch diesmal nicht lange ungehört, dank Thomas‘ (@thlang) finanzieller Unterstützung kann Michael seine Twitterazzi-Fähigkeiten am Drachenboot-Rennen unter Beweis stellen. Ich freue mich schon auf weitere tolle Aufnahmen von diesem einmaligen Anlass.   

Eine Überraschung der besonderen Art folgte auf die Veröffentlichung der Twittboat-Teilnahme in RON ORP’s Mail Zürich. Es meldete sich Simon (@suubmarine) mit dem Resultat, dass … seht selber   

Ich freue mich auf einen tollen Anlass und danke unseren Sponsoren für ihr Engagement:   

        

      

Wie es dann am Wochenende tatsächlich ‚rauskam auf dem Original
Und zum Anschauen: Twittboat Movie 

#Twittboat auf Twitter: http://twitter.com/#search?q=%23twittboat
#Twittboat
Fotos auf Flickr: http://www.flickr.com/groups/twittboat
Weitere Blogposts:
Go! Twittboat! Go! ~ Leumund
morgen Samstag #twittboat ~ Flog
Go Twittboat, go! ~Bloggingtom
http://blog.senn.ch/2010/07/05/twittersdragonboat-nachlese-twittboat/

21
Mai
10

Mit Abt Martin per Du

Meine Neugierde auf @AbtMartin im richtigen Leben war wesentlich grösser als meine Hemmungen, mich als web 2.0 Amateurin bei der Netzzunft anzumelden. Ein ganz besonderer Abend war es, angekündigt im web 2.0 als Gespräch mit @AbtMartin über Glaube 2.0.

So wie ich Twitter kennengelernt habe, hatte ich mir die Atmosphäre an dem Anlass ganz anders vorgestellt. Ich hatte einen aufgeregten, lebendigen Austausch erwartet, manche, die lautstark Neuigkeiten zum Besten geben, Gelächter, eine Party halt. Stattdessen war es andächtig still. Man freute sich über die bekannten Gesichter, die man nun endlich mal im realen Leben kennenlernen durfte – und wartete Gespannt auf den Ehrengast Abt Martin. Kurz vor seinem Eintreffen stellt jemand dann eine irritierende Frage: Darf man den Abt eigentlich duzen? Und da, wo sonst Duzis-Einigkeit herrscht, war man sich plötzlich nicht mehr sicher. Dem Abt eilte eine Menge Respekt voraus, Kindheits-Kirchen-Erinnerungen, generell Ehrfurcht vor den Würdenträgern, die Twitterer kamen ins Grübeln.

Diese nahezu ehrfürchtige Stimmung hielt den ganzen Abend an. Das gab dem Abt viel Raum, die gestellten Fragen ausführlich zu beantworten. Mir hat das sehr gut gefallen, keine Hektik, Zeit für Pausen und zum Nachdenken – und natürlich auch zum Twittern.

Su Franke hat fleissig mitgetippt, ich hoffe, dass sie die Inhalte dem Rest der Welt in ihrem Blog zur Verfügung stellt. Dies ist mir in Erinnerung geblieben:

Abt Martin twittert, um zu hören, was die Welt bewegt – „Höre und du wirst ankommen!“ Die Menschen haben immer das genutzt, was ihnen zur Verfügung stand, heute steht uns das Internet mit all seinen Facetten zur Verfügung, also nutzt er es. So einfach ist das. Überhaupt hatte Abt Martin auf vieles ganz einfache und sehr einleuchtende Antworten. Internet ist nichts Besonderes, und Twittern ist faktisch wie Glockengeläute, man kann Leute zusammenbringen. Die spezielle Virtualität des Internets kann er nicht erkennen, es seien ja schlicht Menschen dahinter.

An Twitter gefällt ihm die Beschränkung auf 140 Zeichen. Daran will er sich halten, sieht das als Herausforderung – er mag keine Fortsetzungs-Tweets – und findet, Kirchenpapiere seien oft zu lange. 140 Zeichen, das hilft einem, auf den Punkt zu kommen.

Abt Martin schreibt alle seine Predigten und Referate selber, einen Ghostwriter hatte er nie, und PowerPoint will er in seinen Präsentationen nie verwenden, denn „ich habe etwas zu sagen“. Dieses in sich Ruhen, die Selbstsicherheit, das Gottvertrauen, gepaart natürlich mit einem ungemeinen Wissen, das macht aus Abt Martin einen Menschen, dem ich stundenlang zuhören könnte.

Und dann, ganz unverhofft aber immer gerne erlebt, kommt eine selbstironische Bemerkung oder sonst ein humorvoller Einschub. Ein schönes Beispiel von @leilasumma in ihrem Tweet: „Weshalb bist du nicht auf facebook @AbtMartin?“ „Ich beginne doch nichts mehr neues“#ironie #simplygreat #netzzunft

Es gibt sicher eine Menge über den Abend zu berichten, und ich bin sehr gespannt auf weitere Berichte.

Wir haben uns im Laufe des Abends übrigens zum Du durchgerungen.

Vielen Dank an @leilasumma und @pixelfreund für’s in die Wege leiten und Organisieren, @sufranke und und @namics für die Gastfreundschaft.

http://www.twapperkeeper.com/hashtag/netzzunft

Kommentar von @AbtMartin http://bit.ly/bZ8Os3
Su Frankes Beitrag in ihrem Denkste-Blog http://sufranke.wordpress.com/2010/05/24/meister_ab/
Wie pixelfreund den Abend erlebt hat: http://www.pixelfreund.ch/2010/05/netzzunft-mit-abt-martin-glaube-2-0-copy_paste_believe/
Was Kommonikation zu berichten hat: http://blog.kommonikation.ch/20100526/abtgezwitscher/

Rolis Bilder des Abends: http://roli.me/netzzunft-bei-namics-zu-gast/

18
Mai
10

annabelle Cover

annabelle Cover vom 19.5.2010

annabelle Cover vom 19.5.2010

Es ist geschafft, die annabelle ist draussen und auf 1’000 Exemplaren bin ich auf dem Cover drauf.

Der Gürtel von Estampa ist gut ins Bild gerückt. Schade nur, dass man die wahnsinns High-heels, in denen ich während des Shootings sogar Luftsprünge machen musste, nicht auf dem Foto belassen hat. Alles unverletzt überstanden, und dann werden die Füsse abgeschnitten ….

Nachtrag für die Twitterer:
Nachdem ich über Twitter erfahren habe, dass auch @chicundschlau bei der Aktion mitgemacht hat, habe ich sie im Heft gesucht – und siehe da, zwei Spalten links von mir. Und soeben hat es mir gedämmert, ich kann mich an den süssen Hund erinnern, den sie zum Fotoshooting mitgenommen hatte. Was für ein süsses Foto von Mirjam und ihrem Hund (annabelle, Seite 58, Nr. 53)

Ach ja,
und hier kann man abstimmen: http://www.annabelle.info/covervoting/Cermak/

15
Mai
10

Illusionen und Erinnerungen

Neulich habe ich mich mit meinem lieben Freund Thomas über das Moleskine Notizbuch unterhalten. Wie sehr wir es mögen, ohne genau zu wissen, warum eigentlich. Kurz darauf entdeckte ich auf Pixelfreund’s Seite, dass auch er ein Moleskine mit sich trägt, und immer wieder entdecke ich auf dem Netz Menschen, die ihr Moleskine Noitzbuch erwähnen, als wäre es etwas ganz Besonderes. Und das ist es natürlich auch, aber warum bloss?

In einem brandneuen Moleskine direkt aus dem Laden findet KäuferIn eine Notiz, auf welcher die Geschichte der Moleskine Marke kurz abgehandelt wird, und darauf werden berühmte Künstler wie Picasso und  Hemingway erwähnt. Aha, Hemingway, dieser grosse Schriftsteller, etwas seltsam, geheimnisvoll, Abenteurer – schon er hatte also seine Gedanken in einem Moleskine Notizbuch festgehalten. Diese Tatsache gibt dem Moleskine einen Hauch von Aussergewöhnlich. Ich halte meines in den Händen und kann mir einbilden, es verbinde mich etwas mit Hemingway.

Moleskine sind meiner Erfahrung nach qualitativ keinen Deut besser als andere Notizbüchlein, und sie sind teurer, es gibt also keinen vernünftigen Grund, sich ein Moleskine Notizbuch zuzulegen – ausser eben der Illusion, dass man mit einem legendären Moleskine ein bisschen ist wie Hemingway. Und ich bin dieser Illusion total erlegen.

Was meint Ihr dazu?

Mein Lieblings-Moleskine Notizbuch ist übrigens eingepackt in eine Kuhfell-Hülle von Estampa. Es ist ein Familien-Reise-Notizbuch. Alle, die gerade mit mir gemeinsam auf Reisen sind, können darin ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Und so habe ich wundervoll illustrierte und poetisch festgehaltene Erinnerungen an meine gemeinsamen Urlaube mit meiner Nichte in Nizza und der ganzen Familie in Paris und Disney Paris. Als nächstes steht Berlin auf dem Programm, im August. Ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz meines Moleskine-Reise-Notizbuchs.

Habt Ihr auch ein Moleskine? Warum mögt Ihr es so? Habt Ihr es immer dabei? Oder: warum habt Ihr keines?




aufbauen; koordinieren; organisieren; motivieren; lehren; teilen; lernen; ermutigen

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